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CTHULHU: Nautischer Nachtmahr
by Roger L. [Featured Reviewer] Date Added: 10/11/2019 04:29:37

https://www.teilzeithelden.de/2019/10/08/rezension-cthulhu-nautischer-nachtmahr-tiefe-raunt-der-tiefe-zu/

Drei Fahrten auf hoher See, drei tödliche Szenarien. Nautischer Nachtmahr schickt die Investigatoren in unermessliche Tiefen. Dass an den dunkelsten Stellen des Ozeans ungeahnte Schrecken lauern, ist seit jeher Teil des Cthulhu-Mythos. Ist das Thema also abgenutzt oder immer noch frisch? Die Teilzeithelden gehen auf Tauchgang und finden es heraus…

Nautischer Nachtmahr ist eine Anthologie für das Cthulhu-Rollenspiel, die drei Szenarien enthält, die auf hoher See oder in den Tiefen des Ozeans spielen. Alle drei beinhalten vorgefertigte Spielercharaktere, die auf das jeweilige Szenario abgestimmt wurden. Wer sich im Cthulhu-Mythos auskennt, mag aufgrund seiner Vorkenntnisse eine ungefähre Vorstellung davon haben, was auf ihn zukommt, könnte aber auch überrascht werden. Denn die drei Szenarien beinhalten Ansätze, sich dem Mythos zu nähern, die über Tiefe Wesen und versunkene Städte hinausgehen. Doch dazu mehr im folgenden Text.

Menschenfracht – Verlassen auf hoher See Das erste Szenario trägt den Namen Menschenfracht und wurde von Dominic Hladek geschrieben. Die acht möglichen Spielercharaktere befinden sich aus ganz verschiedenen Gründen auf einem Containerschiff, dass sie illegal von China in die USA bringen soll. Sie sind in einem der Container eingesperrt und wurden schon mehrere Tage nicht mehr mit Wasser und Nahrung versorgt, als das Szenario beginnt. Entsprechend verzweifelt ist ihre Lage und einige Mitreisende weilen bereits nicht mehr unter den Lebenden.

Während sie in Dunkelheit und Isolation ausharren, ist die Mannschaft des Schiffes einem Schrecken aus der Tiefe anheimgefallen. Ihr erstes Ziel sollte deswegen sein, einen Ausweg aus dem Container zu finden. Einige von ihnen haben auch noch andere Pläne, verborgen vor den anderen, was im weiteren Verlauf für zusätzliche Spannungen innerhalb der Gruppe sorgen dürfte. Die Gruppe selbst ist bunt gemischt und beinhaltet neben verzweifelten Auswanderern und Regimeflüchtlingen, darunter ein tibetischer Mönch, auch zwei US-Amerikaner, die bittere Launen des Schicksals in den Container gebracht haben. Diese Zusammensetzung sorgt natürlich auch für interessante Möglichkeiten zum Ausspielen von Interaktionen zwischen den Spielercharakteren.

Menschenfracht ist ein gnadenloses Szenario und bereits durch seinen Einstieg nichts für zartbesaitete SpielerInnen. Es ist in seinem Verlauf sehr offen gestaltet. Auf ihrer Suche nach einem Ausweg können die Spielercharaktere das Schiff erkunden, werden aber schon bald an ihre Grenzen stoßen. Beim Lesen drängt sich der Eindruck auf, dass es kaum zu schaffen ist, zumindest ein einigermaßen zufriedenstellendes Ende zu erreichen. Diese Ausgangssituation hat zwar durchaus ihren Reiz, kann aber auch schnell für Frustrationen sorgen. Deswegen sei dieses Szenario nur jenen Spielern empfohlen, die mit der Hoffnungslosigkeit an Bord und nicht zuletzt auch den menschlichen Abgründen in ihrer eigenen Gruppe umgehen können.

Eisgefängnis – Zum Ruhm von Mütterchen Russland In diesem Szenario von Jos Kayser schlüpfen die SpielerInnen in die Rollen sowjetischer Besatzungsmitglieder eines Atom-U-Boots. Eisgefängnis spielt 1981, also mitten im Kalten Krieg. Unerbittlich kalt ist auch der Schauplatz, denn es geht in das Eis der Arktis, wo sich die Crew der Akula nicht nur mit dem US-amerikanischen Klassenfeind auseinandersetzen muss, sondern auch mit unvorstellbaren Schrecken.

Im Gegensatz zu den anderen beiden Szenarien in Nautischer Nachtmahr, ist Eisgefängnis durchaus für einige Sitzungen ausgelegt. Die SpielerInnen steuern die Offiziere des Schiffes bei ihrer Suche nach einem Ausweg aus einer verfahrenen Situation und können auf einer arktischen Insel einiges entdecken – auch das, was besser unentdeckt geblieben wäre. Amüsante Randnotiz: Auch wenn sie von Gestrandeten unterschiedlicher Herkunft angefertigt wurden, sind die Handouts praktischerweise alle auf Deutsch.

Der Spielleitung wird dabei freie Hand gelassen, wie sich die Handlung entwickelt und wie sich das Szenario im Finale auflöst. Das erfordert zwar einiges an Vorbereitung, zahlt sich aber auch aus. Das unverbrauchte Szenario, das Jagd auf Roter Oktober mit Das Ding aus einer anderen Welt und der ersten Staffel von The Terror verbindet, ist angenehm offen gestaltet und beinhaltet das Potential für mehrere Spielabende.

Tangaroa – Unter Druck im Überdruck
Das dritte Szenario in diesem Band stammt aus der Feder von Michael L. Jaegers und führt die Spielercharaktere in eine unterseeische Forschungsstation. Ein Hilferuf hat sie dazu gebracht, in tiefste See aufzubrechen und nach dem Rechten zu schauen. Prompt entdecken sie einen Verletzten, der ihnen kurz erklären kann, was vorgefallen ist, dann aber zur Behandlung an die Oberfläche gebracht werden muss.

Während das Tauchboot etwa drei Stunden fürs Auftauchen und erneute Abtauchen braucht, sind die Spielercharaktere auf sich allein gestellt und müssen in Echtzeit versuchen, herauszufinden, was hinter den Vorkommnissen steckt. Dabei geraten sie in einen nervenaufreibenden Psychothriller, der zunehmend zum Überlebenskampf wird. Dass jeder der vorgefertigten Spielercharaktere zudem ein eigenes Geheimnis hat, von denen einige potenziell zu weiteren Konflikten führen können, sorgt für zusätzliche Anspannung.

Charmant ist, dass die Spielleitung selbst entscheiden kann, was genau hinter dem aufkeimenden Wahnsinn steckt, der zuerst den Leiter der Forschungsstation heimsuchte. Greift er nun auf alle Anwesenden über? Ist der Hintergrund biologisch oder im Cthulhu-Mythos verwurzelt? Was die SpielerInnen aus dieser Situation machen, ist unvorhersehbar, was natürlich einige Vorarbeit durch die Spielleitung erfordert. Diese kann sich aber durchaus lohnen, auch wenn die eigentliche Handlung letztlich recht dünn bleibt. Dies ist aber völlig in Ordnung, da das Abenteuer nur auf eine Dauer von zwei bis drei Spielstunden ausgelegt ist.

Wer Lust auf den Spielbericht zum sogenannten „Director’s Cut“ des Autoren Jaegers hat, findet ihn auf dessen Seite. Dieser Blick sei aber nur potentiellen Spielleitern von Tangaroa empfohlen.

Erscheinungsbild Werden die einzelnen Szenarien betrachtet, hat das Szenario Eisgefängnis klar die besseren und stimmigsten Illustrationen des Bandes. Die Illustrationen von Menschenfracht und Tangaroa sind solide, bieten aber noch Luft nach oben. Auch bei den Handouts kann das Szenario rund um das U-Boot Akula punkten. In Tangaroa hingegen sind manche Handouts unlesbar und wären ohne das beiliegende Transkript völlig unbrauchbar. Scheinbar wurden Fotos eines Notizbuches gemacht, die viel zu dunkel geraten sind, als dass man bei der schwer lesbaren Handschrift etwas erkennen könnte.

Fazit Nautischer Nachtmahr ist eine Anthologie, die auf den ersten Blick nicht sonderlich spektakulär erscheint. Drei verhältnismäßig kurze Szenarien, wahrscheinlich altbekannte Schrecken aus der Tiefe und eine etwas dröge Optik lassen schnell den Eindruck entstehen, soliden Standard aber auch nicht mehr in den Händen zu halten.

Doch bei näherer Betrachtung offenbaren sich die Stärken, die alle drei Szenarien gemeinsam haben. Ausgangssituationen wie in Menschenfracht (Flüchtlinge in einem Container) oder Eisgefängnis (Besatzung eines sowjetischen U-Boots) haben vermutlich die wenigsten RollenspielerInnen schon einmal erlebt. Auch eine Tiefseeforschungsstation wie Tangaroa wurde wahrscheinlich noch nicht oft angesteuert. In den letzten beiden Szenarien bietet sich der Spielleitung sogar die Möglichkeit, ganz eigene Interpretationen des Cthulhu-Mythos einzubringen.

Alle drei Szenarien gestalten sich im Aufbau und Verlauf sehr offen, was von der Spielleitung einige Vorbereitung und auch Übersichtsvermögen verlangt. Dies wird aber auch belohnt, denn dank der vorgefertigten Spielercharaktere mit ihren jeweils eigenen Intentionen, ist nicht nur ein unkomplizierter Spielstart möglich, sondern entfaltet sich auch ein Geflecht an zwischenmenschlichen Intrigen und Verbindungen im Spiel. Nautischer Nachtmahr ist deswegen nicht nur nichts für SpielerInnen, die gerne eigene Charaktere entwerfen und ausgestalten, sondern auch jenen nicht zu empfehlen, die vor dem Blick in die Abgründe verzweifelter Gruppendynamiken zurückschrecken. Wer jedoch den Konflikt zwischen Spielercharakteren vor der Kulisse zunehmenden Wahnsinns nicht scheut, wird mit dieser Anthologie seine wahre Freude haben.



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[4 of 5 Stars!]
CTHULHU: Nautischer Nachtmahr
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Shadowrun 6 - Battle Royale
by Roger L. [Featured Reviewer] Date Added: 09/09/2019 09:23:10

https://www.teilzeithelden.de/2019/08/26/spieltest-shadowrun-6-battle-royale-zwischen-freiheitskampf-und-soyballs/

Battle Royale ist Teil des Starterpakets.

Sechste Welt, sechste Edition: Das 30-jährige Jubiläum von Shadowrun katapultiert Runner und die, die es werden wollen, direkt ins Jahr 2080. Im Schatten globaler Megakonzerne werden mit Magie, Chrom und Datenbuchse die schmutzigen Kapitel der Weltgeschichte geschrieben. Einen Vorgeschmack auf das, was kommt, bietet das Einstiegsabenteuer Battle Royale.

Im Herbst 2019 erscheint hierzulande das Grundregelwerk zu Shadowrun 6. Spätestens mit Veröffentlichung des Starterpakets von Pegasus Spiele im Juli ist die Vorfreude spielerseitig geschürt. Das mitgelieferte Einstiegsabenteuer dient als erster Spieltest zu Shadowrun 6 – mehr als Grund genug, einen genaueren Blick darauf zu werfen.

Die Spielwelt & Regeln und Charaktererschaffung

Der Schnellstarter von Shadowrun 6 stellt eine abgespeckte Version der eigentlichen Regeln dar, die erst mit Erscheinen des Grundregelwerks hierzulande im Herbst im Ganzen erfasst werden können. Das Vorhaben von Catalyst Game Labs, den Einstieg in das Regelsystem zu erleichtern, ohne auf Spieltiefe verzichten zu müssen – so im Mai 2019 auf der offiziellen Website des Studios angekündigt –, scheint jedoch auf den ersten Blick gelungen zu sein. Die von Megakonzernen dominierte, dystopische Welt von Genrehybrid Shadowrun soll damit auch Spielern offen stehen, die (zu) komplexe Regelsysteme ablehnen.

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Die auf insgesamt 18 Stück reduzierten Aktionsfertigkeiten sowie ein schlankes Regelkonzept für Magie- und Matrixanwendungen erleichtern auch für Shadowrun-Neulinge das Verstehen. Hinzu kommt eine veränderte Handhabe der Initiative. Damit unmittelbar verknüpft ist die Anzahl der Haupt- und Nebenhandlungen, die ein Charakter innerhalb einer Kampfrunde vornehmen kann.

Des Weiteren werden sogenannte Angriffs- und Verteidigungswerte als Indikator für den Erfolg der jeweiligen Handlung verwendet. Mithilfe dieser Werte bzw. ihrer Relation zueinander können sogenannte Edge-Token gewonnen und in Edge-Boosts investiert werden. So können einzelne Feinde, aber auch Schergengruppen, die mehrere Gegner zusammenfassen, besiegt werden.

Ob diese Regeländerungen, die bereits im oberflächlichen Vergleich mit Shadowrun 5 identifizierbar sind, praxistauglich sind, zeigt der  Spieltest zu Shadowrun 6.

Spielbericht Im Schnellstarter sind Kurzdossiers der vorgefertigten Charaktere enthalten.

Dank vorgefertigter Charakterdossiers entfällt eine Charaktererschaffung. Für das Spielen des Einstiegabenteuers ist demnach vor allem auf Spielerseite wenig vorab zu leisten. Die angebotenen vier Charaktere sind unterschiedlicher Natur und vermitteln eine Idee davon, wie vielfältig ein Team von Shadowrunnern aussehen kann. Die Fähigkeiten sind aufeinander abgestimmt; Redundanz oder fehlende, jedoch benötigte, Skills sind nicht gegeben.

Die Testrunde fand am Freitag, den 09.08.2019, online statt. Es wurden Discord und Roll20 als Plattformen zum gemeinsamen Spielen genutzt. Neben der Autorin, die die Spielleitung übernommen hatte, waren vier Spieler aus dem Teilzeithelden-Team – Felix, Johannes, Marc, Norbert – beteiligt. Ein herzliches Dankeschön geht an dieser Stelle an die freiwilligen Tester!

Die Handlung

In diesem Lagerkomplex kommt es zum Showdown.

Beim abendlichen Einkauf im Stuffer Shack werden die Runner von Motorengeräuschen und Gejohle von der Straße gestört. Mehrere Gangs – mithin die Spikes, die Rusted Stilettos, die Ragers und die Ancients – haben eine Luxuslimousine vom Typ Mitsubishi Nightsky eingekesselt und sind gewillt, die hochrangige Insassin an sich zu bringen. Bei dieser handelt es sich um niemand Geringeres als eine Gesandte der UCAS, namentlich Erika Hoffmann, die direkt aus Washington D.C. kommt.

Nach kurzer Kontaktaufnahme mit Hoffmann folgen die Runner der Limousine und den Gangs in einen nahegelegenen Lagerkomplex. Hier kommt es zu kreativen Ablenkungen und gewalttätigen Auseinandersetzungen. Final kann Hoffmann befreit werden.

Die Regeln und die Umsetzung

Vor allem hinsichtlich der (politischen) Hintergründe ist Battle Royale für Kenner von Shadowrun interessant. In Kombination mit einer dynamischen Handlung, die die Charaktere direkt ins Geschehen stürzt, entsteht eine spannende Plotidee. Für Laien jedoch ist Battle Royale kein geeignetes Abenteuer – es bricht mit gängigen Shadowrun-Klischees. Anstelle eines Gesprächs mit einem Auftraggeber, der nachfolgenden Planung und der tatsächlichen Durchführung steht hier ein spontaner Run.

Mithilfe sogenannter Edge-Boosts können Fertigkeitsproben verbessert werden.

Neben der offenen Frage nach der Sinnhaftigkeit von Battle Royale als Einstiegsabenteuer bestehen Schwierigkeiten im Hinblick auf die Regelgrundlagen:

Während die grundsätzliche Idee, Edge vielfältiger einzusetzen, positiv anzuerkennen ist, hakt die tatsächliche Umsetzung. Die Generierung von zusätzlichem Edge mithilfe der Angriffs- und Verteidigungswerte bzw. aufgrund der Umweltbedingungen eröffnet zwar viele Möglichkeiten, erscheint oft jedoch willkürlich. Hinzu kommt, dass durch beispielsweise erfolgreiche Angriffe generiertes Edge für eine komplett andere Aktion verwendet werden kann. Spielerseitig entstand im Rahmen des Spieltests zu Shadowrun 6 mehrfach Irritation.

Das schnelle Verstehen, das etwa bei einem Spieltest auf einer Convention nötig wird, ist auch bei weiteren Regelaspekten schwierig: So bei den Schergengruppen und bei der Vielzahl der Proben, die zur Durchführung einer einzelnen Kampfhandlung nötig wird.

Spielbarkeit aus Spielleitersicht – Ein Bericht von Yola

Primär spiele ich lieber, als dass ich leite – dennoch finde ich ab und an Freude daran, die Position am anderen Ende des Spieltisches zu besetzen. Ein vorgefertigtes Abenteuer habe ich seit über zehn Jahren nicht mehr geleitet. Damals habe ich meine Spieler mit dem (für das Gruppenspiel angepassten) Soloabenteuer Ewig ist nur Satinav (DSA 3) vom täglichen aventurischen Murmeltier grüßen lassen. Dementsprechend verhalten begegnete ich dem Einstiegsabenteuer aus dem Starterpaket. Positiv fiel mir beim Lesen bzw. Vorbereiten auf, dass Battle Royale sich an erfahrene wie neuere SL gleichermaßen wendet und viele Praxistipps mit sich bringt. Das Abenteuer bietet eine Vielzahl von Hintergrundinformationen (z. B. ein mehrseitiges Dossier über Seattle) an, die der Spielleitung viele Freiheiten an die Hand geben, Modifikationen vorzunehmen. Aufgrund humoristischer Einschübe war das Lesen alles andere als langweilig.

Der Spieltest von Shadowrun 6 bringt auf Seiten des SL viel Arbeit mit sich. Ein spontanes Leiten ist meiner Meinung nach ohne Kenntnisse früherer Shadowrun-Editionen nicht möglich. Das Erstellen von Schergengruppen beispielsweise bedarf Vorbereitung. Auch die Anpassung während des Spiels – u. a. dann, wenn die Schergengruppe sich verkleinert – ist zeitintensiv. Das Nachschlagen von Werten, Beschreibungen und Regeln jedoch hat, wenn überhaupt, nur zu kleineren Verzögerungen geführt. Ich hätte es sehr begrüßt, Illustrationen zu den NSC innerhalb des Abenteuers zur Verfügung stehen zu haben – leider sind diese nicht Teil von Battle Royale.

Unvermittelte Action – Battle Royale zieht die Spieler mitten ins Geschehen.

Ist die Gruppe erst einmal mitten im Geschehen, ist der Fortgang des Runs nur schwer zu stoppen. Allerdings kann es einiges an Kreativität erfordern, einen gelungenen Einstieg zu schaffen. Meine Spieler waren versucht, hinter den schützenden Mauern des Stuffer Shacks abzuwarten – im Angesicht des Gangkriegs vor dessen Tür kein schlechter Gedanke. Doch Geld ist bekanntlich immer ein gutes Argument.

Spielbarkeit aus Spielersicht – Ein Bericht von Norbert

Was ich von einem Schnellstarter (bzw. einer „Beginner Box“, wie das Material im Englischen heißt) erwarte, ist eine kurze und prägnante Darstellung dessen, was das System und die Spielwelt mir bietet, wenn ich mir das Grundregelwerk anschaffe.

Shadowrun in einen Schnellstarter zu stecken, ist wegen der Komplexität des Systems und der Spielwelt eigentlich unmöglich. Wenn man es doch versucht, müssen Abstriche gemacht werden. In diesem Fall beginnt das damit, dass die Charaktererstellung ausgenommen und durch vorgefertigte Charakterdossiers ersetzt werden – grundsätzlich eine gute und sinnvolle Sache. Zusätzlich hat man versucht, sich auf die Basisregeln zu beschränken. Das hat meiner Meinung nach nicht funktioniert, denn man kann gar nicht so richtig festlegen, wo die Grenze zwischen Minimalregeln und vernünftiger Spielbarkeit liegt.

Die Spielwelt wird für den Spieler nur unzureichend vermittelt.

Das Ergebnis ist, dass viele Fragen unbeantwortet bleiben: Wie genau funktionieren vergleichende Sozialproben? Wird der temporäre Edgewert oder der des Charakters zum Würfelpool addiert, wenn man diese 4-Edge-Boost-Option wählt? Warum wird Antimagie erklärt, obwohl es keine magisch begabten Gegner gibt? Et cetera. Wenn ich die Spielwelt und vorherigen Editionen von Shadowrun nicht ausführlich kennen würde, hätte ich sicherlich so manches Problem gehabt. Das ist also die erste Sache, an der der Schnellstarter für mich scheitert: Welt und Regeln in angemessener Länge sinnvoll vermitteln und das beigelegte Abenteuer problemlos spielbar machen.

Liest man die Regeln, wirkt es so, als wollte man im Gegensatz zur Vorgängeredition alles etwas einfacher machen, also entschlacken. Fertigkeiten zusammenzufassen ist dabei eine der besseren Ideen. Ebenso einfachere Matrixregeln. Ich habe die hermetische Orkmagierin Frostburn gespielt und mag die einfache Anpassbarkeit der Kampfzauber – man kann den Schaden oder Radius steigern, muss dafür aber höheren Entzug in Kauf nehmen.

Das grundsätzliche Würfelprinzip ist einfach zu verstehen: Fertigkeits- und Attributswert zusammen ergeben den Würfelpool in W6. Entweder würfelt man gegen einen Schwellenwert oder gegeneinander in einer vergleichenden Probe. Bei Angriffen vergleicht man den Angriffswert und den Verteidigungswert – ist einer der Beteiligten mit vier oder mehr im Vorteil, bekommt der Charakter ein Bonus-Edge.

Eine Vielzahl von Faktoren wirkt sich auf den Angriffs- und Verteidigungswert aus.

Das erinnert ein wenig an das Vor- und Nachteilkonzept von D&D 5. Dass man danach noch rumdiskutieren soll, welche Ausrüstung einem einen weiteren Edgepunkt gibt, ist lediglich nervig. Außerdem verändern sich Angriffs- und Verteidigungswert permanent, wenn man zum Beispiel Eisschaden erleidet, wenn man eine Salve schießt oder wenn man in Deckung ist.

Zuerst wirkt das System also einfacher, dann aber kommen viele kleine, komplizierte Aspekte hinzu, und wenn man ehrlich ist, passt das alles nicht so richtig zu Shadowrun. Es geht doch um Zahlen und Werte, nicht um vage Diskussionen, ob man Edge bekommt, weil man Cyberaugen oder Ähnliches hat.

Einem Neuling würde ich vom Schnellstarter abraten. Das Abenteuer ist nicht repräsentativ für das Spiel, sondern nur Action ohne Antrieb. Erfahrene Spieler würden den „Run“ gar nicht erst angehen, denn er bedeutet unnötigen Ärger ohne viel Gewinn. Erfahrene Spieler werden sich mit vielen Fragen konfrontiert sehen, die ihnen der Schnellstarter nicht beantworten kann. Ich bin ein wenig enttäuscht und hoffe, dass das zur SPIEL 2019 erscheinende Grundregelwerk den schlechten Eindruck der Änderungen am Spielsystem wieder aufheben kann.

Fazit

Eine entführte Luxuslimousine, eine UCAS-Gesandte auf Abwegen und vier konkurrierende Straßengangs: Battle Royale ist ein dynamisches Abenteuer, das einen Vorgeschmack auf die sechste Edition von Shadowrun 6 gibt. Es bewegt sich fernab von system- und spielweltimmanenten Klischees, was für Kenner interessant, für Neulinge allerdings irreführend sein dürfte.

Des Weiteren ist die Masse an (teils vagen) Informationen den Run, die Hintergründe und die Regeln betreffend selbst für erfahrene Chummer schwer zu erfassen. Insgesamt ist mit dem Schnellstarter ein Konstrukt entstanden, welches aufgrund des Umfangs und der Interpretationsspielräume die Grenzen eines „Kennenlernabenteuers“ sprengt.

Battle Royale ist zugute zu halten, dass es allgemeine SL-Tipps – auch für Neulinge – anbietet und zudem eine humoristische Ader aufweist. Es ist darüber hinaus nicht ausschließlich ein Spieltest zu Shadowrun 6, sondern bietet seinem Leser Informationen zur Spielwelt an. Da das gesamte Starterpaket kostenfrei zu erhalten ist, ist zumindest die Lektüre von Battle Royale kein Minusgeschäft, sondern eines, das mit Vorbereitung, Modifikationen und vielleicht einigen klärenden Grundlagen aus dem Shadowrun 6-Grundregelwerk durchaus zu genießen ist.

Artikelbilder: © Catalyst Game Labs, Bearbeitung: Melanie Maria Mazur



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[3 of 5 Stars!]
Shadowrun 6 - Battle Royale
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CTHULHU: Das Geisterschiff von Caerdon
by Alexander A. [Verified Purchaser] Date Added: 09/02/2019 17:15:12

Falls ihr auch nicht sofort die Handouts findet, ist hier der Link dazu! https://www.pegasus.de/cthulhu/spielhilfe-zu-bestimmten-veroeffentlichungen/



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CTHULHU: Das Geisterschiff von Caerdon
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CTHULHU: Abenteuer aus der Gruft II
by Chris v. F. [Verified Purchaser] Date Added: 07/10/2019 14:50:02

Preis Leistung wie immer unschlagbar! Für die 10 € muss man einfach zugreifen



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CTHULHU: Abenteuer aus der Gruft II
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CTHULHU: Nautischer Nachtmahr
by Chris v. F. [Verified Purchaser] Date Added: 07/10/2019 14:47:24

Es kann nicht genug Hochsee / Unterwasser-Abenteuer geben! 5 Sterne. Tangaroa ist ein besonderes Herzensstück



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[5 of 5 Stars!]
CTHULHU: Nautischer Nachtmahr
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7te See - Die Neue Welt
by Roger L. [Featured Reviewer] Date Added: 05/08/2019 09:26:44

https://www.teilzeithelden.de/2019/04/05/7te-see-die-neue-welt-ein-letzter-segelturn/

Pegasus Spiele hat Ende Februar bekannt gegeben, dass die Übersetzung des Rollenspiels 7te See eingestellt wird. Mit Die Neue Welt ist ein letzter Zusatzband in deutscher Sprache erschienen, der den Kontinent westlich von Théa vorstellt. Wir feuern Salutschüsse und bereisen ein letztes Mal das Atabische Meer.

Am 21. Februar 2019 erreichte alle Fans von 7te See eine Hiobsbotschaft: Nachdem John Wick, Verleger des englischsprachigen Originals, sein Personal drastisch verkleinert hatte und die Erscheinungsdaten weiterer Bände in die Ferne rückten, gab Pegasus Spiele bekannt, dass die Übersetzung ins Deutsche eingestellt wird. Im Rahmen dieser Bekanntmachung wurde auch klargestellt, dass Die Neue Welt das letzte Produkt der Reihe darstellen würde.

Mittlerweile liegt der Band vor, der den Abschluss der Reise in die Welt von Degen und Piraten bilden wird, zumindest in deutscher Sprache. Wie der Name andeutet, wird die Spielwelt deutlich vergrößert, denn Aztlan, der Kontinent westlich von Théa, wird ausgiebig beschrieben und bespielbar gemacht. Nicht nur théanische Helden sollen in der Lage sein, die Dschungel und Wüsten dieses fremdartigen Landes zu erforschen, es soll auch ermöglicht werden, einheimische Helden zu verkörpern.

Wir haben den Regionalband unter die Lupe genommen und sind ein vorerst letztes Mal in die Welt von 7te See eingetaucht. Dabei haben wir überprüft, ob das System mit Die Neue Welt einen würdigen Abschluss gefunden hat.

Inhalt Bevor die einzelnen Nationen des Kontinents Aztlan im Detail vorgestellt werden, widmet sich der Regionalband zunächst ihrer gemeinsamen Geschichte. Aztlan war einst von einem gleichnamigen Reich bedeckt. Das Zeitalter dieses Reiches war ein goldenes, doch eine nicht näher definierte, kataklysmische Entwicklung bedeutete seinen Untergang.

Aus den Überresten des Großreiches entstanden drei neue Reiche, die ihre jeweils eigene Kultur entwickelt haben. Jedem dieser Reiche widmet der Band ein ausführliches Kapitel. Vorher stellt er aber die Gemeinsamkeiten vor, die alle Kulturen teilen.

Dazu gehören neben dem starken Bezug zum untergegangenen Aztlan vor allem die ähnlichen Religionen, die alle durch die Tatsache geprägt werden, das die Götter der Aztlaner über den Kontinent wandeln und Kontakt mit ihren Gläubigen halten. Sie sind deutlich als übernatürliche Wesen zu erkennen, neigen aber trotzdem manchmal zu allzu menschlichen Launen.

Dieses Verhältnis zum Göttlichen und zur Spiritualität unterscheidet sich grundlegend vom Glauben der Théaner. Auch die anderen Aspekte des selten leichten Zusammenlebens mit den Fremden, die aus dem Osten gesegelt kamen, werden beschrieben. Dabei fällt auf, dass der Fokus deutlich auf den Menschen Aztlans liegt.

Die Théaner, das Pendant zu den irdischen Europäern, sind ein Randelement des Bandes. Im Mittelpunkt stehen die Kulturen der Neuen Welt, die als gleichwertig mit denen Théas gewertet werden. Auch wenn die goldenen Zeiten des alten Aztlans vorüber sind, werden alle Reiche des Kontinents als Hochkulturen dargestellt.

Fragwürdige Praktiken wie religiöse Menschenopfer hat es beispielsweise in der Vergangenheit des Landes gegeben, aber sie wurden durch die freie Entscheidung seiner Bewohner überwunden. Durch diese Art der Darstellung erscheinen die indigenen Kulturen des Kontinents nicht als edle Wilde, sondern als einzigartige, dem westlichen Standard gleichwertige Zivilisationen.

Die drei Reiche Nachdem eine gemeinsame Basis der Kulturen Aztlans beschrieben wurde, werden die drei Reiche im Einzelnen vorgestellt:

Die Nahuaca-Allianz ist aus vier Stadtstaaten entstanden, die sich nach langen Kriegen verbündet haben und mit einer Mischung aus Diplomatie und Eroberung ihren Einflussbereich über den Norden des Kontinents kontinuierlich vergrößert haben. Die Allianz verfügt über ein starkes Heer und eine umfassende Verwaltung, sowie einen gut ausgebauten Justizapparat. Allerdings wankt das Fundament der Nation, deren derzeitiger Herrscher von vielen als unerfahren und leicht zu beeinflussen wahrgenommen wird.

Nach langer Erfolgsgeschichte steht das Reich jetzt vor dem typischen Problem von Imperien. Die Bürokratie droht, zum Problem zu werden und weitere Eroberungen sind nur schwer zu bewerkstelligen. Außerdem besteht unter den vier Hauptgöttern des Reiches Uneinigkeit darüber, wie man mit den angelandeten Fremden aus Théa verfahren soll.

Tzak K‘an stellt eigentlich keine geeinte Nation dar, sondern eine Ansammlung verschiedenster Stadtstaaten, die sich in den stetiger Veränderung unterworfenen Dschungeln etabliert haben. Die einzelnen Staaten sind durch gemeinsame kulturelle und religiöse Grundlagen verbunden, sind sich darüber hinaus aber selten einig und feinden sich häufig gegenseitig an. Aber nicht nur ein kultureller Kollaps zeichnet sich ab, auch von außen wird das Reich bedroht.

Die geografische und politische Lage zwischen der Nahuaca-Allianz im Norden und Kuraq im Süden bedeutet, dass Tzak K‘an durchgehend einer drohenden Invasion durch einen oder beide Nachbarn entgegen sieht. Bisher haben sich die einzelnen Städte noch nicht auf ein gemeinsames Vorgehen gegen diese Gefahr einigen können. Tatsächlich lautet die Frage weniger, ob Tzak K‘an untergehen wird, sondern eher, auf welche Weise.

Kuraq, das südlichste der drei Reiche wird von einer absolutistischen Monarchin regiert, die dank des Einsatzes von Totenmagie bereits mehrere Jahrhunderte an der Macht ist. Sie plant, ihren Totengott über alle anderen Götter zu erheben und den gesamten Kontinent unter ihrer Herrschaft zu vereinen. Wie die Nahuaca-Allianz im Norden blickt auch Kuraq in seinen Expansionsbestrebungen in Richtung Tzak K‘an.

Ihre Politik der Jagd auf Götter findet allerdings nicht nur Zuspruch innerhalb der Bevölkerung von Kuraq. Ein von den verfolgten Göttern gesegneter Widerstand hat sich gebildet und verfolgt das erklärte Ziel, die verkommene Herrscherin zu entmachten. Dass fast alle Aspekte des täglichen Lebens der Bevölkerung von den Geistern der Ahnen überwacht und bestimmt werden, macht diese Rebellion schwierig und gefährlich.

Nichtspielercharaktere mit Szenariovorschlägen Für jedes der drei Reiche werden neben den beschreibenden Texten auch acht Nichtspielercharaktere vorgestellt. Jede dieser Figuren kommt mit kleinen Szenariovorschlägen daher. Leider wird die Art, wie die einzelnen NSCs kategorisiert werden, aus dem früheren Quellenband Helden & Schurken übernommen und nicht weiter erläutert, was die Nutzbarkeit für Spielleiter, die den Band nicht besitzen, etwas erschwert.

Was den Nutzen der einzelnen Kapitel ebenfalls einschränkt, ist eine fehlende Übersicht über die Kerninformationen. Die Fließtexte laden zwar zum gemütlichen Lesen ein, aber im laufenden Spiel wird es schwierig werden, selbst grundlegende Informationen im Buch wiederzufinden. Hier hätten Übersichtskästen mit allen Eckdaten in Stichpunkten zu jedem der drei Reiche sehr geholfen.

Manche Informationen sind sogar noch schwieriger zu verorten, da sie in unerwarteten Kapiteln stehen. Im allgemeinen Kapitel zu Aztlan wird etwa die théanische Archäologie in der neuen Welt beschrieben. Dabei werden mehrere Fallbeispiele aus den einzelnen Reichen aufgeführt, die in den Beschreibungen der jeweiligen Reiche besser aufgehoben wären.

Nachdem nun der Kontinent Aztlan und seine Kulturen vorgestellt wurden, folgt eine Sammlung verschiedener Spielmaterialien, die es ermöglichen sollen, Helden aus Aztlan zu erschaffen und Abenteuer auf dem Kontinent stattfinden zu lassen. Neben neuen Charakterhintergründen und -vorteilen werden neue Wege der Zauberei, Duelltechniken, Schiffscharakteristika und die obligatorischen Geheimgesellschaften vorgestellt. Spielleiter, die Abenteuer in Tzak K‘an entwerfen wollen, finden sogar einen kompletten Baukasten vor, um einen eigenen Stadtstaat zu kreieren.

Relativ wenige Kombinationsmöglichkeiten Die Vielfalt des angebotenen Materials ist prinzipiell sehr ansprechend und dürfte jeder Spielrunde, die Aztlan in ihre Geschichten einbinden will, etwas bieten. An zwei Stellen hätte es allerdings deutlich mehr sein dürfen:

Der Ansatz des Bandes besteht offensichtlich darin, das Spiel mit aztlanischen Helden in den Fokus nehmen. Das ist auf jeden Fall begrüßenswert, wird aber beim Spielmaterial nicht umgesetzt. Es werden nur vier allgemeine Hintergründe für Charaktere angeboten, von denen nur zwei zu indigen aztlanischen Helden passen. Dazu kommen noch jeweils vier Hintergründe je nach gewählter Kultur.

Insgesamt ergeben sich also sechs mögliche Hintergründe für den Charaktere, von denen zwei gewählt werden. Da sich einzelne kulturspezifische Hintergründe gegenseitig ausschließen, bleiben relativ wenige Kombinationsmöglichkeiten. Hier wurde théanischen Helden in den früheren Bänden der Reihe eine weitaus größere Auswahl geboten.

Auch der Abschnitt zur Gestaltung von Abenteuern in Aztlan ist bedauernswert kurz geraten. Gerade mal drei Seiten widmen sich den möglichen Dramen, die théanische und aztlanische Helden in der neuen Welt erwarten können. Für interessierte Spielleiter wird hier leider bei weitem nicht genug angeboten, selbst wenn man die Szenarioideen aus den Beschreibungen der oben genannten NSC mitrechnet.

Nach dem ersten Lesen des Bandes drängt sich der Eindruck auf, dass er an den typischen Problemen von Regionalbeschreibungen für Rollenspielen leidet. Die Texte sind umfassend, detailliert und im Großen und Ganzen angenehm zu lesen. Leider wurde die Nutzbarkeit im Spiel vernachlässigt.

Über große Strecken besteht Die Neue Welt aus reinen Informationstexten, die Wissen über die Spielwelt vermitteln. Was fehlt sind die Anregungen, wie dieses Wissen in spannendes Rollenspiel umgewandelt werden kann. Damit schafft der Band es leider nicht, sich von der Masse abzusetzen, sondern bleibt nur guter Durchschnitt.

Erscheinungsbild Wie schon die vorherigen Bücher der Reihe erscheint auch Die neue Welt als vollfarbiges Hardcover. Die zahlreichen Illustrationen verteilen sich angenehm über den Band und vermitteln einen guten Eindruck des beschriebenen Teils der Spielwelt.

Leider wird diese sonst tadellose Optik an einigen Stellen durch auffällige Tipp- und Satzfehler gestört. Der Gesamteindruck wird davon zwar nicht zunichte gemacht, aber diese kleinen Mäkel fallen trotzdem ins Auge.

Fazit Mit Die Neue Welt findet die deutschsprachige Übersetzung von 7te See ihr Ende. Für Fans des Systems wird der Regionalband den Abschied sowohl schwer als auch leicht machen. Denn er bietet gute wie schlechte Seiten.

Hervorragend gelungen ist die Darstellung der auf Aztlan ansässigen Kulturen und ihrer gemeinsamen Vergangenheit. Die Völker der neuen Welt sind keine Wilden, die von den zivilisierten Théanern erobert werden, sondern stellen eigene Hochkulturen dar, die auf ihre Weise auf einer Entwicklungsstufe mit den östlichen Nachbarn stehen. Wünschenswert wäre aber eine kompaktere Zusammenfassung und klarere Ordnung der Inhalte.

Gruppen, die eine reine Aztlan-Kampagne spielen möchten, werden also mehr als genug Informationen vorfinden. Leider kann der Regelteil des Buches weitaus weniger Material anbieten, wenn es darum geht, aztlanische Charaktere zu erschaffen. Die enthaltenen Elemente sind gelungen, fallen aber zum Teil etwas spärlich aus, ebenso wie die Hilfestellungen für eigene Abenteuer in der neuen Welt.

Am Ende kann die Flagge für Die neue Welt also nur auf Halbmast gehisst werden. Und mit dieser Flagge entbieten wir auch der 7ten See einen vorerst letzten Gruß.



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[3 of 5 Stars!]
7te See - Die Neue Welt
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Cthulhu - Die Davenport Chronik
by Chris v. F. [Verified Purchaser] Date Added: 05/06/2019 14:15:35

4 Abenteuer, die ideal kurz sind um sie auch auf einer Convention zu spielen. Dabei wird als Protagonisten eine Familie vorgeschlagen, die je nach Setting und System verschiedene werte aufweisen. Der Pulp-Charakter wird samt richtigem Bild gleich mitgeliefert, wenn ihr vor habt es mit mehr Schießeisen zu spielen.

Die Familie Davenport kann auch anders zusammen gesetzt werden, dies sind aber Beispiele für Investigatoren, die ohne "Zufallselement" miteinander abenteuern



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[4 of 5 Stars!]
Cthulhu - Die Davenport Chronik
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Cthulhu - Im Elfenbeinturm
by Chris v. F. [Verified Purchaser] Date Added: 05/06/2019 07:39:28

Ein Spielerbuch für die Universität. Egal ob Hausmeister oder Mediziner, Physiker oder Geologe, hier finden alle Spieler ihren Beruf und können sich heimisch fühlen. Dazu kommen viele Tabellen um das Leben weiter zu spezifizieren oder Ideen zur Ausgestaltung.

Fotos von Einstein, Laboratorien, Observatorien oder dem Hörsaal runden das Bild ab



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[4 of 5 Stars!]
Cthulhu - Im Elfenbeinturm
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Cthulhu - Im Wandel der Zeiten
by Chris v. F. [Verified Purchaser] Date Added: 05/06/2019 07:34:12

18 Seiten Inhalt für die Anpassung der Spielercharaktere Grade für diejenigen, die gerne Mittelalter spielen wollen, viel Inhalt. Ein paar wenige Sachen zu den Traumlanden und Gaslicht, aber ohne die dazugehörigen Bücher braucht ihr diese PDF nicht.

Mittelalter bietet aber ziemlich viel guten Inhalt. 4/5



Rating:
[4 of 5 Stars!]
Cthulhu - Im Wandel der Zeiten
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Cthulhu - Die zweiköpfige Schlange
by Chris v. F. [Verified Purchaser] Date Added: 05/06/2019 07:26:47

Mehr Inhalt für das Pulp Regelwerk. Ausgezeichneter Service, Schrotflinten raus, wir ziehen in den Krieg gegen Cthulhu!



Rating:
[5 of 5 Stars!]
Cthulhu - Die zweiköpfige Schlange
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Cthulhu - Horror Americana
by Chris v. F. [Verified Purchaser] Date Added: 02/14/2019 09:51:08

Das erste Abenteuer ist Zeitverschwendung. Selbst das Lesen wäre mir meine Zeit nicht wert.

Das zweite Abenteuer ist die Wucht in Tüten. 2 Polizisten ermitteln in einer Mordserie, werden dabei von Familie und Privatleben eingeholt und versinken in einem Strudel des Chaos. Herausragend gut, unbedingt kaufen und spielen, tut euren Spielern ein Gefallen.

Die Tabellen zum Erschaffen von Hintergrund ist großartig, mehr dazu bald bei mir https://www.youtube.com/watch?v=g3Xrht0cPBI&list=PLJdf5CrImXUn_tZ4u9vjEyb15yzZTFKNG&index=46



Rating:
[4 of 5 Stars!]
Cthulhu - Horror Americana
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Cthulhu - Königsgambit in Kamborn
by Chris v. F. [Verified Purchaser] Date Added: 02/14/2019 09:45:40

Meine Ausführliche Rezension findet ihr hier:

https://youtu.be/g3Xrht0cPBI



Rating:
[5 of 5 Stars!]
Cthulhu - Königsgambit in Kamborn
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Pulp Cthulhu
by Björn L. [Verified Purchaser] Date Added: 02/12/2019 01:02:26

Die folgende Rezension ist ursprünglich im Mephisto 69 für die Softcover-Printausgabe erschienen. Weitere Rezensionen finden sich im Mephisto 69 Online Add-On (https://www.drivethrurpg.com/product/261389/Mephisto-69-Online-AddOn).

Pulp Cthulhu

In der Welt von Cthulhu haben die Investigation gegen das kosmische Grauen des Mythos wenig Chancen – und wenn man sich an die Vorlage von H.P. Lovecraft hält, können sie den Kontakt damit geistig und körperlich eigentlich kaum unversehrt überstehen. Während die Chancen im Cthulhu-Rollenspiel für die Investigatoren bisher schlecht standen, ist mit Pulp Cthulhu nun ein ergänzendes Regelwerk erschienen, das diese Balance und damit auch die Rolle der Charaktere verschiebt.

Pulp Cthulhu springt nicht nur in die düstereren 1930er Jahre, sondern nimmt Anleihen bei den Pulp-Romanen: überlebensgroße Helden mit besonderen Fähigkeiten, die actionreich gegen genauso ungewöhnliche Gegner antreten.

Spieltechnisch ist zunächst die Charaktererschaffung abgewandelt. Ein gewählter Archetyp wie der Draufgänger definiert nun die grundsätzlichen Bonuspunkte für Fertigkeiten. Der Beruf des Charakters spielt hier eine geringere Rolle. Einige Fertigkeiten sind ein wenig abgewandelt, und vor allen Dingen werden die Trefferpunkte deutlich erhöht. Hinzu kommt, dass jeder Charakter sich sogenannte Pulp-Talente aussuchen kann, die besondere Fähigkeiten bzw. Bonuspunkte verleihen. Der Wert Glück bekommt breiter gefächerte Einsatzmöglichkeiten, wobei auch die Gegner Glück einsetzen können. Eine Besonderheit ist, dass Glückspunkte dafür verwendet werden können, die Differenz einer gescheiterten Probe auszugleichen oder Verletzungen zu reduzieren. Auch heilen die Charaktere schneller, und selbst Wahnsinn eröffnet neue Möglichkeiten – so lassen sich aus Talenten des Wahnsinn sogar Vorteile zu ziehen.

Die Regeln sind so gestaltet, dass die individuelle Spielrunde den Pulp-Grad selbst einstellen kann. Hinzu kommen zusätzliche Regeln zu Magie, paranormalen Fähigkeiten, technischen Wunderwerken usw. Organisationen für die Investigatoren und ihre Gegner runden das Ganze ab.

Natürlich bekommt auch der Spielleiter Hinweise, eine Pulp-Runde zu leiten und die 30er Jahre als Hintergrund zu nutzen. Anhand der präsentierten Gegenspieler lässt sich ein gutes Gefühl für das Pulp-Setting entwickeln. Vier Abenteuer runden den Band ab: Mal geht es um eine besondere Erfindung, mal um eine Katastrophe auf einer Insel, dann wieder um die Büchse der Pandora und schließlich um eine gefährliche Kreuzfahrt.

Pulp Cthulhu eignet sich hervorragend für Spielrunden, die actionreich überlebensgroße Investigatoren spielen und bessere Chance gegen die Mächte des Mythos bekommen wollen. Praktischerweise kann jede Spielrunde selbst austarieren, wie stark sie die neuen Regeln einbezieht. Entsprechend direkter und weniger subtil sind auch die packenden Abenteuer, die den Investigatoren aber gute Chancen geben, als Helden dazustehen.

Aus meiner Sicht ist Pulp Cthulhu eine spannende Ergänzung, die dem Spiel eine neue und interessante Facette verleiht.

(Björn Lippold)



Rating:
[5 of 5 Stars!]
Pulp Cthulhu
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Cthulhu - Die oberen 10.000
by Björn L. [Verified Purchaser] Date Added: 02/12/2019 01:00:01

Die folgende Rezension ist ursprünglich im Mephisto 69 für die Softcover-Printausgabe erschienen. Weitere Rezensionen finden sich im Mephisto 69 Online Add-On (https://www.drivethrurpg.com/product/261389/Mephisto-69-Online-AddOn).

Die oberen 10.000

Die oberen 10.000 ist das zweite Berufe-Quellenbuch für Cthulhu, das sich den Schönen, Reichen und Mächtigen widmet. In den Hintergrundkapiteln wird das Thema Macht und Geld durch die Geschichte verfolgt, Formen des Reichtums vorgestellt, sowie die Wege zum Reichtum als auch dessen Vorteile und Pflichten präsentiert. Ein Ausrüstungskapitel bietet ein paar neue Optionen für die wirklich Einflussreichen, sowie die Möglichkeit mythos-bezogenen Besitzes. Gruppenkonzepte und Organisationen runden diesen Teil ab.

Konkretes Spielmaterial findet sich als eine ganze Reihe von Berufsprofilen, ein paar Investigatoren-Paketen und vier Beispielcharakteren. Dabei decken die Charaktere eine große Bandbreite von Adligen über Erfinder und General bis zum Lotteriemillionär und Modezar ab.

Trotz der Berufsprofile ist Die oberen 10.000 ein Hintergrundband. Die Informationen darin lohnen sich in erster Linie, wenn man eine Kampagne in der Oberschicht spielen möchte oder sich in die entsprechende Rolle einarbeiten will. Essenziell für das Spiel dieses Buch jedoch nicht (wer auf Mythosgeheimnisse hofft, wird hier nicht fündig).

(Björn Lippold)



Rating:
[4 of 5 Stars!]
Cthulhu - Die oberen 10.000
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CTHULHU: Stummer Schrecken
by Björn L. [Verified Purchaser] Date Added: 02/12/2019 00:57:40

Die folgende Rezension ist ursprünglich im Mephisto 69 für die Softcover-Printausgabe erschienen. Weitere Rezensionen finden sich im Mephisto 69 Online Add-On (https://www.drivethrurpg.com/product/261389/Mephisto-69-Online-AddOn).

Stummer Schrecken

Der cthuloide Schrecken kennt kein Ende und mit Stummer Schrecken gibt es für furchtlose Investigatoren zwei weitere Abenteuer, in die sie sich stürzen dürfen.

Blende und Abgang ist ein deutsches Abenteuer von Pegasus, das die Investigatoren in die Welt des Stummfilms der 20. Jahre und in das Leben von Hollywood eintauchen lässt. Der Versuch den schrecklichen Tod eines Schauspielers aufzuklären, führt schnell zu mächtigen Gegnern. Bei dem übersetzten Abenteuer Zahltag dürfen ein paar Gangster einen Auftrag von ihrem Boss erledigen und geraten so in den Horror des Mythos.

Beide Abenteuer sind spannend aufgebaut und bieten genug Material für einige Spielabende. Während Zahltag bis auf den Gangsteransatz recht klassisch ist, taucht Blende und Abgang mit vielen originellen Ideen tief in die Hollywoodwelt des Stummfilms. Damit bieten beide Abenteuer empfehlenswerten Horror in der Welt des Cthulhu-Mythos.

(Björn Lippold)



Rating:
[4 of 5 Stars!]
CTHULHU: Stummer Schrecken
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