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DSA5 - Aventurische Namen (PDF) als Download kaufen $13.30
Publisher: Ulisses Spiele
by Roger L. [Featured Reviewer] Date Added: 01/30/2017 14:04:50

Das beliebte Pen-&-Paper-Rollenspiel Das Schwarze Auge hat sich schon vor vielen Jahren einen Namen gemacht. Weshalb bringt Ulisses nun aber ein Buch über aventurische Namen heraus? Und was, in aller Götter Namen, steht darin geschrieben? Wir wissen es! Redakteur Torben hat nämlich einen Blick hineingeworfen und seine Meinung hier niedergeschrieben.

[quote]Was wär‘ ich ohne Namen bloß? Wahrscheinlich wär‘ ich namenlos![/quote]

Namen sind ein wichtiger Bestandteil unserer Welt und selbstverständlich auch im Rollenspiel von großer Bedeutung. Mit Aventurische Namen hat Ulisses nun ein Produkt auf den Markt gebracht, welches sich diesem wichtigen Thema widmet. Aber ist das Thema Namen wirklich umfangreich genug, um ein eigenes Buch zu verdienen?

Philosophisch gesehen sind Namen von essentieller Bedeutung für uns, weil wir alles, was wir wahrnehmen, benennen. Alles Unbekannte muss einen Namen erhalten, um „be-/erkannt“ zu werden. Wenn wir unsere Phantasie spielen lassen und uns etwas ausdenken, wie etwa neue Kreaturen in einem Rollenspiel, dann können wir Anderen dies nur vermitteln, indem wir den Dingen Namen geben. Je bekannter der Name, desto eher wissen wir daher auch, was gemeint ist.

Das Tiger-Chamäleon können wir uns besser vorstellen als den Schnösipuckeldöpper. Wir verbinden also etwas mit Namen. Für viele Spieler ist es daher auch ungemein wichtig, dass ihre Helden Namen tragen, die etwas über sie aussagen, mit denen sich etwas verbinden lässt. Es muss ein Name sein, der in den Kontext passt. An dieser Stelle setzt das Buch Aventurische Namen

Inhalt

Das Buch liefert eine große Menge von Namen aus allen Kulturkreisen und Lebensschichten Aventuriens, geht aber dabei aber nicht in die philosophische oder etymologische Tiefe. Es als „aventurisches Telefonbuch“ zu bezeichnen, wäre allerdings auch nicht gerecht.

Schon das Inhaltsverzeichnis verspricht ein umfangreiches Paket. Auf insgesamt 96 Seiten sind Namen aus verschiedenen Bereichen zu finden, unterteilt in die Abschnitte „Namen der Menschen“ (alphabetisch nach Kultur sortiert), „Zwölfgötternamen“, „Namen anderer Spezies“ und „Regeln & Anhänge“.

Das Buch ist allerdings nur halb so gut strukturiert, wie es auf den ersten Blick scheint. Leider wurde nicht darauf geachtet die alphabetische Sortierung durchgehend aufrechtzuerhalten. Stattdessen wird die Sortierung immer wieder durch Einschübe unterbrochen. Diese kleinen Artikel zu verschiedenen Themen, wie beispielsweise „Künstlernamen“, „Alles über Alrik“, „Magiernamen“ oder „Anagramme“, wären in einem eigenen Kapitel sicherlich besser aufgehoben.

Nichtsdestotrotz sind es diese Einschübe, die das Lesen des Werkes durchaus interessant gestalten. Sie wiegen auf, was dem Buch an Tiefe und Hintergrundinformationen zur Namensentstehung fehlt. Gerade bei dem gebotenen Umfang hätte mehr Platz für derartige Informationen genutzt werden sollen.

Für die Darstellung der verschiedenen Namenslisten wurde ein durchgängig recht ähnlicher Aufbau verwendet. Nach einem Ingame-Zitat folgt ein Einleitungstext zur entsprechenden Namensregion und den Besonderheiten der Namensgebung. Hier sticht besonders hervor, dass bei einigen Regionen auch auf die Aussprache der Namen geachtet wurde. Teilweise sind kleine Aussprachehilfen optisch hervorgehoben, um den Leser darauf hinzuweisen, dass ein J bei al’anfanischen Namen beispielsweise eher als „dsche“ gesprochen wird, oder ein fjarninger R kehlig, wie in „Gurgel“, klingen muss.

Des Weiteren fällt sehr positiv auf, dass zusätzlich zu einfachen Vor- und Familiennamen auch die Namen verschiedener Helden und Heiligen aufgelistet wurden. So können Spieler bei der Heldenerschaffung auch auf die Namen großer Vorbilder zurückgreifen, oder der Spielleiter kann noch etwas mehr über die Region erfahren. Und wenn man dann Raidri Conchobair, Waldemar der Bär, Hlûthar von den Nordmarken oder Leomar von Baburin liest und sich an die gute, alte Zeit zurückerinnert, dann werden auch die Herzen der Alteingesessenen erwärmt.

Besonderes Augenmerk verdient auch die Tatsache, dass bei den Namen der Mittelreicher zwischen den Familiennamen der Gemeinen und den Adelsnamen unterschieden wird. Wer beispielsweise aus dem Hause Goldweiler, Sturmfels oder Ulmenhain stammt und zudem noch den ein oder anderen Zweitnamen trägt, ist vermutlich adlig. Im Gegensatz dazu zählt ein Karon Bachental oder eine Roana Galdifei eher zu den Gemeinen. Ein Silbenbaukasten für Adelsnamen ermöglicht zudem die Erschaffung weiterer, gebräuchlicher oder ungebräuchlicher, mittelreichischer Vornamen, wie beispielsweise Barnulf, Waidelaus oder Eichburga.

Ebenfalls erwähnenswert ist es, dass für verschiedene menschliche und nicht-menschliche Kulturen auch Sippen- oder Stammesnamen aufgeführt werden. So ist Drechan vielleicht ein Trollzacker aus dem Stamme der Koro’warh und Phelica eine Zahori der Nevasca-Sippe.

Das Kapitel „Zwölfgötternamen“ ist etwas kürzer gehalten und befasst sich ausschließlich mit Namen, die den Zwölfen oder den Halbgöttern zugeordnet werden, wie etwa Praiodan, Perainfried oder Golgarion. In diesem Kapitel ist bemerkenswert, dass die Namen diverser Heiliger separat Erwähnung finden. Der Sohn des Dorfvorstehers mit Namen Argelion ist also eventuell sehr belesen, da er den Namen St. Argelions, eines Heiligen der Hesindekirche, trägt. Und ob es eine kluge Entscheidung des Wirtes war, seinen Sohn Valpo nach St. Valpo, einem Heiligen der Rahjakirche, zu benennen, das wird er selbst am besten wissen. Aber auch nicht jeder Rondrigan ist zum Kampfe gemacht, und nicht hinter jeder Phexandra steckt eine gerissene Diebin.

Das dritte Kapitel, welches sich mit nicht-menschlichen Namen befasst, unterscheidet sich nicht grundlegend vom ersten. Wie dort gibt es Hinweise zur Aussprache, beispielsweise die Nutzung des Tremas (ein Doppelpunkt auf e oder i) bei Elfennamen, wie Olimonë oder Elayoë. Es gibt verschiedene Silbenbaukästen, zum Beispiel für Zwergennamen, wie Gandrammox (Gandr-am-mox) oder Halixgrotosch (Hal-ix-gro-tosch). Zudem sind auch Stammes- und Sippennamen aufgeführt, sodass man einen Korogai-Ork namens Elgork Blutauge aus dem Stamm Gravachai erschaffen kann oder den Troll Knopphold aus der Sippe Trampeldatsch vom Stamm der Tonkerompf.

Neben den bereits zuvor erwähnten Einschüben gibt es in Aventurische Namen aber auch Informationen zu den Namen früherer Reiche und Kulturen, wie etwa des Bosparanischen Reiches, der Hochelfen oder des Diamanten Sultanats (Ur-Tulamidische Namen). Auch diese sind nicht in alphabetischer Reihenfolge im Inhaltsverzeichnis zu finden, sondern reihen sich dort ein, wo die historisch nachfolgende Kultur ihren Platz hat. So findet man beispielsweise den Bosparaner Hydrosius Drusus dem Absatz über die Namen des Horasreiches nachgestellt, oder die Haranija Mandara sâlâ Fahimja auf den Seiten nach den Namen der Tulamiden.

Das letzte Kapitel befasst sich schließlich mit den Regeln der Namensgebung und bringt ein paar neue Vor- und Nachteile sowie Sonderfertigkeiten mit sich. Dank des neuen Regelwikis muss man an dieser Stelle auch nicht mehr darüber streiten, ob es sinnvoll ist, dass mit jeder Publikation neue Regeln auftauchen, da diese nun im Regelwiki gebündelt werden. Vor- und Nachteile wie „Allerweltsname“, „Gutes/Schlechtes Namensgedächtnis“ oder „Böser Namensvetter“ können am Spieltisch sicherlich für einige lustige oder auch spannende Szenen sorgen. Wenn der arme, gebeutelte Held zum dritten Mal in dieser Woche von einem Gardisten festgesetzt wird, weil er doch den gleichen Namen wie der gesuchte Verbrecher Answin Degenhart trägt, dann sollte er jedoch vielleicht über einen Namenswechsel nachsinnen.

Im Anhang befindet sich ein kurzweiliger Text über den Umgang mit Aberglaube in Bezug auf Namen. Das Highlight ist jedoch ein zweiseitiger Generator für Mittelreicher und Tulamiden, der Spielleitern ein schnelles Auswürfeln von Namen ermöglicht.

Erscheinungsbild

Der erste und durchaus auch gute Eindruck, den man vom Werk hat, trügt hier keinesfalls. Das gelungene Covermotiv, welches einen Künstler oder Heraldiker bei der künstlerischen Gestaltung eines berühmten Stammbaumes zeigt, ist gut gewählt und ausdrucksstark gemalt. Das trifft ebenso auf viele der Bilder und Grafiken im Inneren des Buches zu. Die verwendeten Illustrationen wurden auf die jeweilige Kultur abgestimmt, sodass man genauso Orks und Echsenmenschen findet wie Thorwaler oder Kemi. Leider sind viele der gewählten Darstellungen bereits aus anderen Publikationen bekannt. Besonders bemerkenswert sind allerdings die kleinen Aventurienkarten, die am Anfang eines jeden Abschnittes zu finden sind und die Region markieren, aus der die Namen stammen. Dies ist eine ebenso gute Idee wie die große Karte ganz am Anfang des Buches, die eine Übersicht über diese Sprachregionen bietet.

Das Lektorat hat, wie in den vorangegangenen Publikationen auch, wieder sehr gute Arbeit geleistet, wenngleich nicht alle Fehler ausgebügelt wurden. Aber wer ist schon perfekt? Noch dazu, wenn man sich als Lektor durch so viele Namen lesen muss.

Ansonsten entspricht das Produkt der gewohnt guten Qualität eines DSA5-Hardcovers.

Bonus/Downloadcontent

Es ist kein Bonuscontent enthalten.

Fazit

Aventurische Namen muss man wohl oder übel aus zwei verschiedenen Blickwinkeln betrachten. Auf der einen Seite bekommt man ein tolles Buch mit einer großartigen Auswahl von zahlreichen menschlichen und nicht-menschlichen Namen, mit diversen zusätzlichen Inhalten wie Namen für Tierbegleiter, Waffennamen oder Namen von Hochelfen, und auf der anderen Seite ist es dann doch nur das aventurische Telefonbuch. Es ist zwar verständlich, dass man für die Qualität eines Hardcovers einiges zuzahlt, aber es stellt sich hier die Frage, ob bei einem banalen Thema wie Namen nicht doch ein Softcover genügt hätte. Für die Summe an Dukaten, die das Hardcover kostet, hätten auch deutlich mehr Tiefe und mehr Informationsmaterial zur Namensentstehung ihren Platz finden können.

Die Ingame-Texte und -Zitate, die Namen von Helden und Heiligen, und auch der Namensgenerator werten das Werk insgesamt aber etwas auf. Mich persönlich hat es natürlich besonders positiv gestimmt, meinen eigenen Namen in der thorwalschen Namensliste zu finden.

Nichtsdestotrotz ist diese Publikation eher ein Nice-to-have denn ein Must-have.



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